AM19: Kaiser Herakleios, der letzte Perserkrieg und die arabische Expansion

Diese Folge beschäftigt sich mit der langen Regierungszeit des Kaisers Herakleios (610–641) und mit Ereignissen, die das Römisch-Byzantinische Reich nachhaltig verändert haben. Wir sprechen über einen langen Perserkrieg (602–628), den Verlust und die Wiedereroberung Jerusalems, eine awarisch-persische Belagerung Konstantinopels (626) und die unerwartete arabische Expansion unter dem Banner einer neuen Religion.

Literatur:

G. J. Reinink – B. H. Stolte (Hrsg.), The Reign of Heraclius (610–641). Crisis and Confrontation (= Groningen Studies in Cultural Change 2). Leuven–Paris–Dudley, MA, 2002.

N. Viermann, Herakleios, der schwitzende Kaiser. Die oströmische Monarchie in der ausgehenden Spätantike (= Millennium-Studien 89). Berlin 2021.

Karten:

Das Oströmische Reich im Jahr 600
Ostrom und Persien im Jahr 600
Römische und byzantinische Kampagnen (611–624)
Kampagnen des Herakleios (624–628)
Das Persische Reich inkl. Eroberungen (621)
Arabische Offensive Palästina/Syrien (634–636)
Arabische Offensive Ägypten (639–642)
Das Oströmische Reich um 650

Zitat: Georg von Pisidien, Expeditio Persica 96–103; zitiert nach: N. Viermann, Herakleios, der schwitzende Kaiser. Die oströmische Monarchie in der ausgehenden Spätantike (= Millennium-Studien 89). Berlin 2021, 195.

Podcast-Empfehlung: „tell me a history | Erzähl mir eine Geschichte“ von Nadja Danilenko (Folge 1: Muhammad)

Episodenbild: Rückgabe des Kreuzes Christi durch die Perser an Kaiser Herakleios 629/630 (Deckenfresko der Vierungskuppel der Klosterkirche Wiblingen von Januarius Zick 1778).

Special3: Das Leben eines Hochstaplers – Paulos Tagaris (feat. Déjà-vu Geschichte und Historia Universalis)

Gemeinsam mit Ralf von Déjà-vu Geschichte und Elias von Historia Universalis folgen wir der Lebensgeschichte von Paulos Palaiologos Tagaris, dem womöglich größten Hochstapler der byzantinischen Zeit. Wir tauchen ein ins 14. Jahrhundert und reisen u.a. nach Konstantinopel, Palästina, Italien, Zypern und Frankreich.

Literatur:

Confessio monachi Pauli Tagaris. Ἐξομολόγησις μοναχοῦ Παύλου τοῦ Τάγαρι ἢ ὁμολογία. Τοῦ Περδίκη ὑπομνηματογράφου, in: F. Miklosich – J. Müller (Hrsg.), Acta patriarchatus Constantinopolitani MCCCXC–MCCCCII. Band 2 (= Acta et diplomata Graeca medii aevi sacra et profana 2), Wien 1862, 224–230.

H. Hunger, Die Generalbeichte eines byzantinischen Mönches im 14. Jahrhundert, in: H. Hunger – O. Kresten (Hrsg.), Studien zum Patriarchatsregister von Konstantinopel II (= Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse 647). Wien 1997, 193–218.

D. M. Nicol, The Confessions of a Bogus Patriarch: Paul Tagaris Palaiologos, Orthodox Patriarch of Jerusalem and Catholic Patriarch of Constantinople in the Fourteenth Century. Journal of Ecclesiastical History 21 (1970) 289–299.

Episodenbild: Doppeladler auf einem Altartuch, das womöglich Paulos Tagaris gehörte.

AM18: Das Militärwesen in früh- und mittelbyzantinischer Zeit

In dieser Folge besprechen wir zunächst das (ost)römische Militärwesen der Spätantike und widmen uns anschließend den weitreichenden Veränderungen im Zuge des Übergangs zur mittelbyzantinischen Zeit im 7. Jahrhundert. Wir lernen dabei die verschiedenen Truppenarten kennen wie die themata und die tagmata, wir erfahren etwas über die Ausrüstung der Infanterie und der Kavallerie und wir besprechen, welche Auswirkungen regelmäßige bewaffnete Konflikte auf Gesellschaft und Siedlungsplanung hatten.

Literatur:

J. Haldon, Byzantium at War, AD 600–1453. London 2004.

J. Haldon, Military Technology and Warfare, in: E. Jeffreys – J. Haldon – R. Cormack (Hrsg.), The Oxford Handbook of Byzantine Studies. Oxford 2008, 473–481.

J. Haldon, The Army, in: E. Jeffreys – J. Haldon – R. Cormack (Hrsg.), The Oxford Handbook of Byzantine Studies. Oxford 2008, 554–561.

J. Haldon, Warfare, State and Society in the Byzantine World. London 2002.

J. Koder, Byzanz, der Mittelmeerraum und Europa. Ökumenische Ideologie und militärische Realpolitik, in: Th. Kolnberger – I. Steffelbauer – G. Weigl (Hrsg.), Krieg und Akkulturation (= Expansion – Interaktion – Akkulturation. Historische Skizzen zur Europäisierung Europas und der Welt 5). Wien 2004, 16–38.

Episodenbild: Thomas der Slawe († 823) verhandelt mit den Sarazenen (Skylitzes Matritensis)

AM17: Ostrom um 600 – Maurikios und Phokas

Die Grenzen des Römischen Reiches waren im späten 6. Jahrhundert gleich an mehreren Seiten bedroht, doch auch im Inneren waren die Verhältnisse nicht immer stabil. In dieser Folge besprechen wir zunächst die Regierung von Kaiser Maurikios (582–602), der bemüht war, den Krieg mit Persien zu beenden und die Kontrolle über den Balkanraum zurückzugewinnen. Wie nachhaltig seine Erfolge waren und wie es zur „Schreckensherrschaft“ des Phokas (602–610) kam, erfahren wir in der zweiten Hälfte der Folge.

Literatur:

A. Louth, The Byzantine Empire in the Seventh Century, in: P. Fouracre (Hrsg.), The New Cambridge Medieval History. Volume I c. 500–c. 700. Cambridge 2005, 291-316.

A. Louth, The Eastern Empire in the Sixth Century, in: P. Fouracre (Hrsg.), The New Cambridge Medieval History. Volume I c. 500–c. 700. Cambridge 2005, 93–117.

M. Meier, Kaiser Phokas (602–610) als Erinnerungsproblem. Byzantinische Zeitschrift 107 (2014) 139–174.

F. E. Shlosser, The Reign of the Emperor Maurikios (582–602). A Reassessment = Η βασιλεία του αυτοκράτορα Μαυρικίου (582–602). Μια απανεκτίμηση (= Historical Monographs = Ιστορικές Μονογραφίες 14). Athen 1994.

M. Whitby, The Successors of Justinian, in: A. Cameron – B. Ward-Perkins – M. Whitby (Hrsg.), Late Antiquity: Empire and Successors, A.D. 425–600 (= The Cambridge Ancient History 14).  2000, 86–111.

N. Viermann, Herakleios, der schwitzende Kaiser. Die oströmische Monarchie in der ausgehenden Spätantike (= Millennium-Studien 89). Berlin 2021.

Episodenbild: The Deposition of Phocas 610 AD

AM16: Christliche Pilgerreisen und das Heilige Land in der Spätantike

Die Region Palästina – lange Zeit eine eher wenig bedeutsame Provinz des Römischen Reiches – war infolge der Konstantinischen Wende und der staatlich geförderten Christianisierung großen Veränderung ausgesetzt. Das äußerte sich einerseits durch eine rege Bautätigkeit an den Orten der christlichen Heilsgeschichte und andererseits durch die Etablierung eines christlichen Pilgerwesens, das die heiligen Stätten des Alten und des Neuen Testaments zum Ziel hatte.

Literatur:

H. Donner, Pilgerfahrt ins Heilige Land. Die ältesten Berichte christlicher Palästinapilger (4.–7. Jh.). Stuttgart 2003.

V. Drbal, Pilgerfahrt im spätantiken Nahen Osten (3./4.–8. Jahrhundert). Paganes, christliches, jüdisches und islamisches Pilgerwesen. Fragen der Kontinuitäten (= Byzanz zwischen Orient und Okzident 7). Mainz 2018.

E. D. Hunt, Holy Land Pilgrimage in the Later Roman Empire A.D. 312–460. Oxford 1984.

Episodenbild: Mosaikkarte von Madaba (6. Jh.)

Special2: Die Schlacht bei Manzikert (1071) (feat. Geschichte Europas und Historia Universalis)

Am 26. August 1071 fand in der Nähe der ostanatolischen Stadt Manzikert eine Schlacht statt, die für die Byzantiner den Verlust Kleinasiens besiegelte, den Startschuss für die türkische Besiedlung Anatoliens gab und darüber hinaus das Zeitalter der Kreuzzüge einläutete. So zumindest das gängige Narrativ. Über die Vorgeschichte, Vorbereitung und Ablauf sowie die Auswirkungen dieser byzantinisch-seldschukischen Begegnung unterhalten sich Toby von Geschichte Europas, Elias von Historia Universalis und Günter von Anno Mundi.

Literatur:

A. Kaldellis, Streams of Gold, Rivers of Blood. The Rise and Fall of Byzantium, 955 A.D. to the First Crusade. New York 2017.

Podcast-Empfehlungen:

Geschichte Europas (Twitter) – Tobys Podcast
Historia Universalis (Twitter) – Elias’ Podcast

Episodenbild: Sultan Alp Arslan demütigt Kaiser Romanos IV. (französische Miniatur des 15. Jahrhunderts)

AM15: Justinians schweres Erbe – Grenzen in Gefahr

In der Ära Justinians expandierte das Oströmische Reich in Richtung Westen, doch schon bald zeigte sich, wie wenig nachhaltig diese Eroberungen waren. In dieser Folge betrachten wir die Regierungszeit von Justin II. (565–578) und Tiberios II. Konstantin (574/578–582) und erfahren dabei, wie die Langobarden nach Italien kamen und was das mit den Awaren und Gepiden zu tun hatte, wie die Slawen den Balkanraum für sich entdeckten und wie der alte Konflikt gegen das persische Sasanidenreich neu aufflammte.

Literatur:

A. Louth, The Eastern Empire in the Sixth Century, in: P. Fouracre (Hrsg.), The New Cambridge Medieval History. Volume I c. 500–c. 700. Cambridge 2005, 93–117.

J. Moorhead, Ostrogothic Italy and the Lombard Invasions, in: P. Fouracre (Hrsg.), The New Cambridge Medieval History. Volume I c. 500–c. 700. Cambridge 2005, 140–161.

J. Moorhead, The Byzantines in the West in the Sixth Century, in: P. Fouracre (Hrsg.), The New Cambridge Medieval History. Volume I c. 500–c. 700. Cambridge 2005, 118–139.

M. Whitby, The Balkans and Greece 420–602, in: A. Cameron – B. Ward-Perkins – M. Whitby (Hrsg.), Late Antiquity: Empire and Successors, A.D. 425–600 (= The Cambridge Ancient History 14).  2000, 701–730.

M. Whitby, The Successors of Justinian, in: A. Cameron – B. Ward-Perkins – M. Whitby (Hrsg.), Late Antiquity: Empire and Successors, A.D. 425–600 (= The Cambridge Ancient History 14).  2000, 86–111.

Podcast-Empfehlung: Geschichten aus der Geschichte (Twitter)
GAG01: Vier Langobarden-Könige und ein Trinkbecher

Episodenbild: Das Byzantinische Reich im Jahr 565

AM14: Konstantinopel – vom alten Byzanz zum Neuen Rom

Das Byzantinische Reich und das römische Kaisertum waren ein Jahrtausend lang eng mit der Stadt Konstantinopel verbunden. In dieser Folge betrachten wir die Geschichte der Stadt ab der Gründung der griechischen Kolonie Byzantion bis zur Erweiterung zur kaiserlichen Residenz unter Konstantin dem Großen und dem weiteren Ausbau bis in die Ära Justinians. Anschließend wagen wir einen Spaziergang durch die Stadt, wie sie im 6. Jahrhundert ausgesehen hat, und lernen dabei die wichtigsten Bauwerke Konstantinopels jener Zeit kennen.

Literatur:

P. Schreiner, Konstantinopel. Geschichte und Archäologie (= C. H. Beck Wissen 2364). München 22015.

Karten: Konstantinopel, Palastviertel

Rundgang:

Augustaion, Säule des Justinian, Magnaura (Senat?), Chalke-Tor, Palastviertel, Raum der 19 Liegen, Daphne-Palast, Chrysotriklinos, Peristyl, Tzykanisterion, Hippodrom, Kathisma, Thermen des Zeuxippos, Hagia Sophia, Hagia Eirene, Cisterna Basilica, Milion, Mese, Forum des Konstantin, Praitorion, Senat, Forum des Theodosios (Forum Tauri), Philadelphion, Kapitol, Forum Bovis, Forum des Arkadios, Theodosianische Mauer, Godenes Tor, Polyeuktos-Kirche, Apostel-Kirche, Adrianopel-Tor (Charisios-Tor)

Episodenbild:

Stiftermosaik des 11. Jahrhunderts am südwestlichen Eingang der Hagia Sophia: Theotokos flankiert von Justinian (mit einem Modell der Hagia Sophia) und Konstantin (mit einem Modell der Stadt Konstantinopel).

AM13: Justinian I. – Gesetzgeber, Eroberer und Bauherr

In dieser Folge betrachten wir die lange Regierungszeit von Justinian I. (527–565), einem der bekanntesten und prägendsten byzantinischen Kaiser. Wir sprechen über die Kodifikation des römischen Rechts, einen großen Aufstand in Konstantinopel, den Neubau der Hagia Sophia, einen Pestausbruch und natürlich über Justinians Kriege gegen die Perser, Vandalen und Ostgoten.

Literatur:

P. Heather, Rome Resurgent. War and Empire in the Age of Justinian. New York 2018.
H. Leppin, Justinian. Das christliche Experiment. Stuttgart 2011.

Karten: 527/565 und 565

Zitate:
Johannes Lydos, De magistratibus populi Romani 3,70; zitiert nach: H. Leppin, Justinian. Das christliche Experiment. Stuttgart 2011, 148.
Prokop, BV 2,14,5f.; zitiert nach.: O. Veh (Hrsg.), Prokop. Vandalenkriege. München 1971, 263

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Folgen zur Pest: B-003, B-004 und B-005

Episodenbild: Mosaik von Justinian I. in der Kirche San Vitale in Ravenna

Special1: Das Kaiserreich Trapezunt und die Aq Qoyunlu (feat. Historia Universalis)

Gemeinsam mit den Kollegen von Historia Universalis begeben wir uns auf die Spuren des Kaiserreichs von Trapezunt (1204–1461), eines byzantinischen Separatreichs an den Ufern des Schwarzen Meeres, das sich trotz ständiger Bedrängung von außen über 250 Jahre lang behaupten und zu einem wirtschaftlichen Handelszentrum aufsteigen konnte. Einen maßgeblichen Beitrag daran hatte die geschickte Bündnispolitik Trapezunts in Bezug auf seine Nachbarn, wie z.B. den Aq Qoyunlu. Elias nimmt uns mit auf eine Reise zu den Aq Qoyunlu sowie den Qara Qoyunlu und ordnet sie in die Geschichte des Nahen Ostens ein.

Literatur:

A. Bryer, Trebizond: The Last Byzantine Empire. History Today 10/2 (1960) 125–134.
S. P. Karpov, История Трапезундской империи. St. Petersburg 22017.
S. P. Karpov, Trapezunt. Lexikon des Mittelalters 8 (1997) 957–959.
A. G. K. Savvidis, Ιστορία της Αυτοκρατορίας των Μεγάλων Κομνηνών της Τραπεζούντας (1204–1461). Thessaloniki 32016.

Episodenbild: Kaiser Alexios III. Megas Komnenos und Theodora Kantakouzene

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