AM44: Hagiographie – Das Leben und Wirken von Heiligen

Hagiographie ist eine der produktivsten Textgruppen des Oströmischen Reiches und beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken von Personen, die als heilig erachtet werden. In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die unterschiedlichen Kategorien wie Passiones (Märtyrergeschichten), Viten (Lebensbeschreibungen) oder Wundersammlungen und gleichzeitig betrachten wir die Entwicklungen und Trends der hagiographischen Literatur im Laufe der Jahrhunderte von der Spätantike bis in die spätbyzantinische Zeit.

Literatur:

I. Csepregi, The Miracles of Saints Cosmas and Damian: Characteristics of Dream Healing. Annual of Medieval Studies 8 (2002) 89–122.

St. Efthymiadis (Hrsg.), The Ashgate Research Companion to Byzantine Hagiography. 2 Bände. London / New York 2011–2014.

Ch. Høgel, Symeon Metaphrastes. Rewriting and Canonization. Kopenhagen 2002.

C. Rapp, Byzantine Hagiographers as Antiquarians, Seventh to Tenth Centuries, in St. Efthymiadis / C. Rapp / D. Tsougarakis (Hrsg.), Bosphorus. Essays in Honour of Cyril Mango. Byzantinische Forschungen, 21. Amsterdam 1995, 31–44.

C. Rapp, The Origins of Hagiography and the Literature of Early Monasticism: Purpose and Genre between Tradition and Innovation, in Ch. Kelly / R. Flower / M. St. Williams (Hrsg.), Unclassical Traditions. Band 1: Alternatives to the Classical Past in Late Antiquity. Cambridge Classical Journal. Proceedings of the Cambridge Philological Society, suppl. 34. Cambridge 2010, 119–130.

A. Rigo / M. Trizio / E. Despotakis (Hrsg.), Byzantine Hagiography. Texts, Themes & Projects. Byzantios. Studies in Byzantine History and Civilization, 13. Turnhout 2018.

A.-M. Talbot, Hagiography, in E. Jeffreys / J. Haldon / R. Cormack (Hrsg.), The Oxford Handbook of Byzantine Studies. Oxford 2008, 862–871.

Episodenbild: Ikone des Hl. Symeon Metaphrastes

Internationaler Kongress für Byzantinistik 2026: Website

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AM43: Basileios II. – Teil 1: Bürgerkriege

Diese Folge behandelt die erste Phase (976–989) der Regierungszeit Kaiser Basileios’ II., die von Machtkämpfen mit einflussreichen Generälen geprägt war. Wir werfen einerseits einen Blick auf den Verlauf dieser Bürgerkriege und andererseits auf die Nachbarn des Römischen Reichs. Dabei begegnen wir den Bulgaren, Buyiden, Fatimiden, Georgiern sowie den Kiewer Rus.

Literatur:

M. Grünbart, Basileios II. und Bardas Skleros versöhnen sich. Millennium, 5 (2008) 213–224.

C. Holmes, Basil II and the Governance of Empire (976–1025). Oxford 2005.

A. Kaldellis, Streams of Gold, Rivers of Blood. The Rise and Fall of Byzantium, 955 A.D. to the First Crusade. New York 2017.

A. Kaldellis, The New Roman Empire. A History of Byzantium. New York 2024.

J. Preiser-Kapeller, Byzanz. Das Neue Rom und die Welt des Mittelalters. C. H. Beck Geschichte der Antike. München 2023.

P. Stephenson, Byzantium’s Balkan Frontier. A Political Study of the Northern Balkans, 900–1204. Cambridge 2000.

P. M. Strässle, Krieg und Kriegführung in Byzanz. Die Kriege Kaiser Basileios’ II. gegen die Bulgaren (976–1019). Köln 2006.

Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit: Basileios II., Konstantin VIII., Basileios Lakapenos, Bardas Skleros, Bardas Phokas, Anna, Volodiměr.

Episodenbild: Bardas Skleros gegen Bardas Phokas (978/979) (Skylitzes Matritensis, fol. 164v)

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AM42: Ottonisch-byzantinische Beziehungen und eine Kaiserin für den Westen

Als im 10. Jahrhundert der Aufstieg der sächsischen Ottonen seinen Lauf nahm und sich deren Einflussgebiet auf der Italienischen Halbinsel immer weiter nach Süden ausbreitete, kam es unweigerlich zur Auseinandersetzung mit den Oströmern. Diesen war nicht nur die territoriale Expansion Ottos I. in Richtung Kalabrien und Apulien ein Dorn im Auge, sondern auch die Anmaßung des Sachsenherrschers, den römischen Kaisertitel zu führen. Trotz der militärisch angespannten Lage erfolgte ein regelmäßiger Austausch an Gesandten, zu denen auch Bischof Liutprand von Cremona zählte, der uns dank seiner Aufzeichnungen einen Einblick sowohl in das Leben eines Diplomaten als auch in das Konstantinopel des 10. Jahrhunderts gibt. Woran er scheiterte, sollte wenige Jahre später doch noch Wirklichkeit werden: Für den ottonischen Thronfolger wurde eine oströmische Braut gefunden, die im Westen bekannteste Byzantinerin – Kaiserin Theophanu.

Literatur:

A. Davids (Hrsg.), The Empress Theophano. Byzantium and the West at the Turn of the First Millennium. Cambridge 1995.

O. Engels, Theophanu – die westliche Kaiserin aus dem Osten, in ders. / P. Schreiner (Hrsg.), Die Begegnung des Westens mit dem Osten. Kongreßakten des 4. Symposions des Mediävistenverbandes in Köln 1991 aus Anlaß des 1000. Todesjahres der Kaiserin Theophanu. Sigmaringen 1993, 13–36.

M. Giese, Theophanu. Neue Deutsche Biographie, 26 (2016) 97–99. (Link)

H. Hawicks, Theophanu, in E. Labovie (Hrsg.), Frauen in Sachsen-Anhalt. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert. Köln / Weimar / Wien 2016, 358–364.

T. Hoffmann, Diplomatie in der Krise. Liutprand von Cremona am Hofe Nikephoros II. Phokas. Frühmittelalterliche Studien, 43 (2009) 113–178.

A. Kaldellis, Streams of Gold, Rivers of Blood. The Rise and Fall of Byzantium, 955 A.D. to the First Crusade. New York 2017, 57–61.

S. Kolditz, Beyond Liudprand and Theophano: Aspects of Western-Byzantine Relations in Ottonian and Salian Times, in N. Drocourt / S. Kolditz (Hrsg.), A Companion to Byzantium and the West, 900–1204. Brill’s Companions to the Byzantine World, 10. Leiden / Boston 2022, 148–191.

E. Konstantinou (Hrsg.), Byzanz und das Abendland im 10. und 11. Jahrhundert. Köln / Weimar / Wien 1997.

D. Nerlich, Diplomatische Gesandtschaften zwischen Ost- und Westkaisern 756–1002. Geist und Werk der Zeiten. Arbeiten aus dem Historischen Seminar der Universität Zürich, 92. Bern u.a. 1999.

P. Squatriti (Hrsg.), The Complete Works of Liudprand of Cremona. Translated with an Introduction and Notes. Medieval Texts in Translation. Washington, DC, 2007.

A. von Euw / P. Schreiner (Hrsg.), Kaiserin Theophanu. Begegnung des Ostens und Westens um die Wende des ersten Jahrtausends. Gedenkschrift des Kölner Schnütgen-Museums zum 1000. Todesjahr der Kaiserin. 2 Bände. Köln 1991.

A. von Euw / P. Schreiner (Hrsg.), Kunst im Zeitalter der Kaiserin Theophanu. Akten des Internationalen Colloquiums veranstaltet vom Schnütgen-Museum Köln. 13.–15. Juni 1991. Köln 1993.

Heiratsurkunde: Link

Episodenbild: Christus krönt Otto II. und Theophanu (Elfenbeinrelief, Musée de Cluny)

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